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Motorsport wird immer populärer

Audi RS3 Limousine POV

Audi RS3 Limousine POV

Nach der Ära Schumi kam der Einbruch. Ohne den deutschen Superstar, der jahrelang die Formel-1-Szene beherrschte, ließ das Interesse an den Duellen auf den Rennpisten spürbar nach. Allenfalls die Königsklasse, die Formel 1, konnte sich noch auf hohe Zuschauerzahlen freuen, während Rallye-Sport, Formel 3 und MotoGP wieder zu Ereignissen für eine kleinere Masse wurden.

Doch mittlerweile scheint der Bann gebrochen zu sein. Zwar wurde auch im Motorsport nicht gerade das Rad neu erfunden, aber Innovationen machen die Rennen so beliebt wie seit langen nicht.

Dabei kommt es längst nicht mehr nur auf Pferdestärken, röhrende Motoren und immer schnellere Rundenzeiten drauf an. Was Fans und zum Teil auch gestandenen Fahrern den Puls schneller schlagen lässt und sich auch bei den Wetten bemerkbar macht, sind bis vor wenigen Jahren mit einem Achselzucken abgetane Idee wie Elektroautos. Eigens für die stromgetriebenen und dadurch flüsterleisen Fahrzeuge gibt es seit der Saison 2014/2015 eine eigene Rennserie, die Formel E. Gefahren wird auf Kursen in den Stadtzentren, so dass die Zuschauer dicht dran sind am Geschehen – eine Seltenheit bei den Autorennen. Im Gegensatz zur Formel 1, die seit langem fast ausschließlich von Mercedes und Ferrari beherrscht wird, ist die Formel E unberechenbar. Sieben verschiedene Sieger in den ersten sieben Läufen der Saison sind das Ergebnis. Das liegt auch mit am Reglement. Im Gegensatz zur Formel 1 gibt es ein Einheitschassis, das während der Saison nicht weiterentwickelt werden darf. Veränderungen sind nach dem ersten Rennen nur in Form von Software-Optimierung erlaubt. Das verhindert zumindest derzeit eine eindeutige Dominanz unter den Herstellern, zu denen neben gestandenen Rennställen wie Audi, BMW und Jaguar auch Nissan und neue Marken wie Virgin, Mahindra, Venturi und Techeetah gehören.

Auch das Qualifiying spielt eine nicht unerhebliche Rolle. Die Fahrer, die in der Punktewertung vorn liegen, gehen prinzipiell in der ersten der vier Qualifizierungsrunden an den Start. Weil die Rennstreckenbedingungen oftmals während des Qualifyings verbessert werden, haben die Favoriten einen Nachteil im Kampf um die Pole-Position. Zudem sind Kollisionen bei Überholversuchen aus den hinteren Positionen häufig. In fast jedem Rennen scheppert es mindestens einmal.

Die Formel-E-Saison besteht aus 13 Rennen. Während in der Formel 1 zum Teil der neue Weltmeister schon zwischendrin feststeht, bleibt aller Voraussicht nach bei den Elektroboliden alles bis zum letzten Lauf in New York offen und damit auch für die Fans spannend.

Wie stark das Interesse an der neuen Klasse gestiegen ist, zeigt sich bei den Rennställen. Neu an den Start geht in der kommenden Saison Porsche. Neel Jani ist bereits als einer der zwei Fahrer bestätigt. Für den zweiten Platz im Cockpit soll sich der ehemalige Formel-1-Pilot Brendon Hartley interessieren. Aktuell ist er als Test- und Entwicklungsfahrer mit dabei, die Zuffenhausener auf die Formel E vorzubereiten. Aber auch gestandene Formel-E-Fahrer sind im Gespräch.

Was die Leistung angeht, liegt die gar nicht mehr so viel hinter den Boliden der Königsklasse zurück. Die inklusive Fahrer 900 Kilogramm leichten Wagen bringen es in 2,8 Sekunden von 0 auf 100 Stundenkilometer und können bis zu 280 km/h aus ihrer Batterie herausholen. Im Qualifying liegt die Leistung bei maximal 250 Kilowatt oder 335 PS, im Rennen bei 200 Kilowatt oder 272 PS.

Wem das alles zu technisch zugeht, der kann sich bei Kartrennen unterhalten. Die gelten noch immer als Einstieg in die großen Rennwagen.