Mein Computer im Audi S3 8P (CarPC)

  • Hallo Community!
    Auf Anfrage hin stelle ich in diesem Thread mal meinen CarPC zur Show. Nachahmen ist jederzeit erwünscht und bei Fragen oder auch Erweiterungs/Verbesserungsvorschläge biete ich gerne eine starke Schulter zum anlehnen ;-)
    Einige Dinge habe ich kurzerhand als Video aufgezeichnet und so auch kommentiert. Ich stelle dabei fest, dass ich wohl nie ein Fernsehsprecher werden werde. Aber egal... pragmatisch, praktisch, gut ;-)


    1. Hardware
    Als Hardware verwende ich einen Lenovo Thinkpad X21 mit Dockingstation, welchen ich im Kofferraum an Stelle des Reserverades in die Schaumstoffaussparungen eingepasst habe.Tipp: Das System heizt sich in einem warmen Sommer ziemlich stark auf und die geringe Luftmasse bzw. vor allem die stehende Warmluft im Kofferraum macht dem System so sehr zu schaffen, dass es bei Aussentemperaturen > 30°C öfters abstürzt. Ich musste deshalb einiges an Schaumstoff aus dem Kofferraum schaffen um mehr Luftvolumen zu erhalten und installierte zudem ein 12cm 12V-Fan für das Abführen der Warmluft bzw. für eine optimalere Luftzirkulation.


    2. Montage im Cockpit
    Für die Montage opferte ich eine der Lüftungsdüsen. Ich liess mir von einem Bekannten 2 Aluminiumplatten im 3D-Programm zeichnen die milimetergenau in die kreisrunde Einsparung für die Lüftungsdüse passen. Anschliessend wurden die beiden Platten gelasert und gegeneinander verschraubt. Auf die Platte habe ich den dreh/schwenkbaren Sockel des Displays festgeschraubt. Ich wollte die Variabilität, jederzeit das Display schwenken zu können. Dies einerseits, damit ich - falls ich es jemals mal brauchen würde - eine CD ins Radiosystem einlegen könnte, andererseits aber wollte ich das Display hauptsächlich fahrerzentriert anbrigen, um so maximalen Kontrast und optimale Bedienbarkeit zu erhalten. Die fahrerzentrierte Einrichtung bringt aber auch Nachteile: Der Beifahrer sieht dabei fast nichts mehr. Ich empfehle daher jeden, einen neig/schwenkbaren Sockel zu verwenden damit bei längeren Fahrten oder in Staus sowohl Fahrer- als auch Beifahrer zusammen einen Film oder sonstige Unterhaltung geniessen können. --> IMG_0609 und IMG_0608. Weiter montiere ich im Handschuhfach einen zusätzlichen USB-Anschluss, damit Peripheriegeräte wie z.B. USB-Speicher (Sticks, Festplatten) oder auch Geräte wie z.B. ein Gamecontroller oder sonstige Hardware rasch und ohne Umwege angeschlossen werden können. --> IMG_0610. Etwas tricky war die Installation des Power ON/OFF buttons. Dies zeigt das Video http://www.youtube.com/watch?v=T4tAPmewbHU


    2. Internetanschluss
    Für mein daily business brauche ich im Auto einen Internetanschluss. Das ganze funktioniert über ein Mobile Unlimited System von Swisscom. Details dazu hier: http://www.youtube.com/watch?v=rSFUlOVnjMg


    3. ShowGPS (GPS) und Google Earth
    Die Software ShowGPS zeichnet im Sekundentakt das GPS-Signal auf und bestimmt dabei nicht nur Längen- und Breitengrad (Position) sondern auch die aktuell gefahrene Geschwindigkeit. Die Dateien lassen sich auswerten und als Graphen in Google Earth importieren. Dieses Video zeigt grob wie's funktioniert: http://www.youtube.com/watch?v=OIp009D1pR8 Die Software lädt automatisch beim Hochfahren des Systems und beginnt bei Erhalt des GPS-Signals mit der Aufzeichnung.


    4. Videoaufzeichnung
    Zusammen mit der GPS-Aufzeichnung zeichnet das System auch permanent die Fahrt auf Video auf. Details hier: http://www.youtube.com/watch?v=80yfCJPomXo und so schaut eine Aufzeichnung aus: http://www.youtube.com/watch?v=_Sss4tIN2vw


    5. Multimedia
    Der Computer wird über einen Adapter mit dem HiFi-System des Fahrzeuges verbunden. Die Installation ist ganz leicht: Adapter an Radio anschliessen, Line-Out vom CarPC über 3.5mm Klinkestecker mit dem Adapter verbinden. Der Adapter mimt einen CD-Wechsler. Mit dabei ist eine Software, welche Events vom Adapter via USB an den CarPC weiterleitet. Man könnte also die Funktionen Forwärts-/Zurück des Radiosystems (bzw. dem linken Stellrad am Lenkrad) einer Systemfunktion zuweisen. Hab's aber bisher nicht ausprobiert da nie gebracht. Mit dem Touchscreen braucht man's irgendwie nicht... Hier das Video zu Multimedia und iTunes: http://www.youtube.com/watch?v=GIN24YPwzqs


    6. Eingabe
    Die Eingabe erfolgt mittels einer kleinen Bluetooth Funktastatur. Das funktioniert sehr zuverlässig. Was ich mir noch bauen müsste ist ein USB-Ladeadapter für die Funktastatur. Da deren Akku aber gut ein halbes Jahr hält ist das gar nicht mal so wichtig. --> IMG_0612


    7. Motorsteuergerät
    Mittels eines OBD-Adapters nehme ich die Signale des Motorsteuergerätes ab. Software wie z.B. die CES (Car Entertaining System) verwertet diese Signale und zeigt mir die genaue Geschwindigkeit vom Steuergerät sowie die Drehzahl des Motors an. Vor einiger Zeit verwendete ich nur die CES für die Wiedergabe von Multimedia im Fahrzeug, da diese sehr gut während der Fahrt zu bedienen ist. Da das System in der Vergangenheit aber oft abstürzte nutze ich es nicht mehr so oft. Es existiert auch Software für die Onboard-Diagnose wo sämtliche Parameter - vom Öldruck/Öltemperatur, Ladedruck etc. angezeigt werden kann. Ich könnte auch die VAGCom installieren und selbst die Fehlercodes auslesen. War mir aber bis anhin zu blöd da ich mit dem Fehlercodes sowieso nichts anfangen könnte (ich repariere die Kiste ja nicht selber). Es gäbe zudem die Möglichkeit, den Comfort-Bus anzusteuern, so dass man über den CarPC beispielsweise die Fenster bedienen könnte. Ich sehe zwar den Sinn nicht ganz aber man könnte so z.B. via Bluetooth-Keyboard von aussen (z.B. vom Restaurant aus) die Fenster hoch- und runterlassen. Da das mit dem Zündschlüssel auch schon geht ist's wohl eher Spielerei :) Auf dem Bild IMG_0603 ist die CES-Software zu sehen, die dort 854 U/min (Leerlaufdrehzahl) anzeigt.


    Anhang
    Leider kann ich hier nur 5 Bilder anhängen. Ich mache deshalb gleich noch einen zweiten Post mit den restlichen Bildern.

  • Danke für die Mühe :)


    Find zwar dass sich sowas eingebaut gehört (da wos radio nunmal is) aber so im großén und ganzem :thumbup:

    "Ein Auto ohne Vierradantrieb kann nur eine Notlösung sein"
    Walter Röhrl


    Gott schuf das Turboloch, damit auch ein Sauger den Hauch einer Chance verspürt


    Moderator - bei Problemen, Wünschen, Anregungen bitte melden :)

  • Ja, da gebe ich dir Recht. Das wäre das Schönste. Aber dann hast du das Problem, dass du ein System brauchst welches hinten rum auch die ganze HiFi-Steuerung implementiert. Also auch einen Verstärker etc. Die ausfahrbaren Displays sind zudem qualitativ völlig unbrauchbar. Die Lautstärkeregelung funktioniert so auch weiterhin problemlos über die Lenkradtasten und das Wichtigste: Ich muss am Fahrzeug kaum was umbauen: Alles was ich umgebaut habe lässt sich einfach wieder zurück bauen bzw. in den Originalzustand zurück versetzen. Hat halt alles Vor- und Nachteile...

  • Danke danke. Das mit dem Optischen ist wirklich ein Problem. Ursprünglich wollte ich das Display eigentlich verbaut haben wie das Originalsystem von Audi. Aber leider gibt's am Markt nix 'Gscheites. Das Originaldisplay von Audi wäre eine Option gewesen. Allerdings war dieses damals kein Touchscreen und bot keine zusätzlichen Eingänge für Videosignale irgend einer Art. Vielleicht ist das bei den neueren Systemen anders. Vermutlich aber eher nicht :S

  • Wow, also mir gefällt der CarPC wirklich sehr sehr gut.


    Wenn man soetwas sieht, geht glaube ich jedem Computer rumbastler das Herz auf :)


    Noch paar fragen:
    Du hast doch ne SSD-Platte drin oder?
    Wie ist das mit den schreib und lese zyklen, macht das keine Probleme mehr?


    Wie siehts denn für den Notebook bei -15 Grad aus?



    Aber super super Arbeit - gefällt mir total gut, schade das du soweit weg wohnst...


    Grüße
    tommi

    leider noch keinen TTS - aber irgendwann ist es soweit :D
    ---
    There are 10 kinds of people. Those who understand binary notation, and those who do not. :D

  • Hi Superman


    Danke der blumigen Worte ;) Ja, da sitzt ne 80GB Intel SSD in einem Lenovo X21 Notebook. Das Notebook wiederum ist auf einer dock. Wenn's mal so richtig kalt wird nehme ich's in der Regel aus dem Auto raus - geht ja ganz leicht (nur Hebel an der Dock ziehen - fertig).


    Das kälteste was das System bisher aushalten musste waren ca. -12°C. Das war aber kein Problem. Ich denke nur man sollte das System bei solchen Temperaturen schön warm laufen lassen und nach dem Einschalten nicht gleich wieder herunterfahren. Schreib-/Lesezyklen ist bei den aktuellen Intel SSDs eigentlich kein Thema mehr. Die aktuelle Firmware unterstützt sogar den Trim-Befehl durch das Betriebssystem. Und doch mal was passiert: Ich habe ein Image der CarPC-Installation gezogen. Wenn mir die Platte abraucht baue ich halt 'ne neue ein. SSD ist aber sicherlich viel weniger heikel als eine herkömmliche Disc mit Magnetscheibe.


    Minustemperaturen sind im übrigen weniger problmeatisch als sommerliche Hitze. Ohne die zusätzliche Lüftung im Kofferraum stürtze mir der Rechner öfters mal ab. Vor allem wenn der Wagen zuvor eine Zeit lang an der prallen Sonne stand und sich temperaturen um die 60°C oder noch wärmer im Innenraum anstauten. Mit dem Lüfter geht's aber ganz gut. Mal schauen wie lange die Kiste hält. Bisher macht sie's gut 2 Jahre *daumendrück und holzangefasst*