Ich denke rein von der Agenda her passt das was du vor hast mit dem Programm der Scuderia sehr gut zusammen. Viel Sektionstraining gemischt mit freiem Fahren, vorab Fahrertraining und ein paar Runden Touriverkehr ist ideal zum kennen lernen. Das geht auch nicht so auf's Material und du kannst das gut mit dem S5 fahren. Die Gebühr ist jetzt zwar nicht gerade günstig, beinhaltet aber auch einiges. Pistenclub ist erheblich rustikaler, da sind viele schnelle dabei aber auch viele mit schmalem Geldbeutel die in einem untermotorisierten Tracktool schnell unterwegs sind. Aber auch hier gibt es die Goldkettchenarmada, i.d.R. abhängig von der Strecke. Die teueren Autos (die nicht immer schnell sind) siehst du halt auf den GP Strecken. Aber auch unter den Leuten mit viel Geld geht es da mehr ums Fahren als um alles andere. Da sind auch immer viele professionelle Instruktoren da.
Eine gute und günstige Möglichkeit um erste Erfahrungen mit deinem Auto auf der Rennstrecke zu sammeln ist der Touristenverkehr Wochentags auf der Nürburing GP Strecke. Da sind i.d.R. sehr wenige Autos und du hast viel Platz, kannst demenstprechend viel mehr ans Limit deines Autos gehen als auf der NS. In Hockenheim dagegen sind die Tourfahrten meist vollgepackt bis zu geht nicht mehr. Da bremst du schon mal im Pulk von 15 Autos in die Spitzkehre.
Motorsport ist teuer, darüber muss man sich im klaren sein, es gibt da auch keine Sonderangebote ohne Haken, du zahlst es IMMER. Am teuersten ist der Verschleiß und an aller erste Stelle die Reifen. Ein Aston Martin Vantage V8 also ein popeliges GT4 Auto mit 440 PS verschleißt während des 24h Rennens in Spa Reifen im Wert von 50.000€. Kosten von 10.000€ pro ganztägigem Tracktag sind bei schnell gefahreen GT3 RS oder GT2 nichts Aussergewöhnliches. Ein RCN Lauf (15 Runden, davon 9 auf Zeit) in einem 15 Jahre alten M3 kostet ca. 3.000€.
Deshalb ist es besonders wichtig, dass man einen Plan hat und weiß was man will. Fahrerisch folgende Reihenfolge:
- Fahrsicherheitstraining / technische & fahrphysikalische Grundkenntnise
- Rennstreckentraining / Fahrzeugbeherrschung
- Nordschleife Streckenkenntnis / Trackdays
- Lizenzpflichtige Rennveranstaltungen
Die Nordschleife ist denkbar ungeeignet für die ersten beiden Punkte. Sehr hohe Geschwindigkeiten, keine Auslaufzonen, schwierige Strecke. Es ist da kein Fahren am Limit möglich. Hier ist Sektionstraining und freies fahren mit Instruktor ideal. Insofern passt die Scuderia. Die Veranstaltung ist eben auch auf "Socializing" ausgerichtet. Das ist ja grundsätzlich positiv und vielleicht sind meine Aussagen von oben leicht gefärbt. Auch wenn ich einige Leute kenne die da mitfahren mit denen ich privat nichts anfangen kann heißt das ja noch lange nichts.
Es gibt keine lizenzpflichtige Veranstaltung die man mit einem getunten oder einem Serien S5 fahren kann. Wenn man über lizenzpflichtige Rennveranstaltungen nachdenkt muss man sich auch Versicherungsfragen stellen: Unfallversicherung, Lebensversicherung, Kaskoversicherung (jeder zahlt seinen eigenen Schaden), keine normale Versicherung bezahlt das. Wie ihr euch vorstellen könnt sind demenstprechende Tarife sehr teuer.
GLP ist die einfachste Art auf der NOS Motorsport zu betreiben, geht auch noch mit dem eigenen Auto bzw. S5. Man benötigt einen nationale C Lizenz, die kannst du am Tag der Veranstaltung erwerben. Runden dürfen nicht schneller als (ich glaube) 10:30 gefahren werden, die man aber auch im Warteabschnitt vertrödeln kann. Es sind durchaus gute Fahrer dabei bei denen man sich "einklinken" kann. Die normale Kasko bezahlt u.U. noch, wie auch im Touristenverkehr(weil es nicht auf Höchstgeschwindigkeit ankommt). Beachte aber genau die Klauseln deiner Versicherung und wähle eine die ausdrücklich auf den Haftungsausschluss bei grober Fahrlässigkeit verzichtet. Wenn du ein Jahr GLP gefahren bist kannst du im nächsten Jahr die Nat. A beantragen (ohne Lehrgang), vorausgesetzt du nicht ständig disqualifiziert worden. Ab da ist es dann aber auch kein Schönwetterfahren mehr.
Wenn du lizenzpflichtige Veranstaltungen fahren möchtest brauchst du auf jeden Fall einiges mehr an Übung und vorallem ein anderes Auto. Der erste Weg wäre dann zu einem professionellen Team das Fahrerplätze anbietet. Hier musst du dich um nichts kümmern (ausser deine LV und UV), da gibt es auch eine Rennkasko (mit hoher SB). Bei Mathol bin ich zwischen den Stints sogar massiert worden.
Grundsätzlich ist es auch keine schlechte Idee mit einem solchen Team mehrere Tracktage zu fahren sobald du die nötige Streckenkenntnis hast (min. 50 Runden). Die haben Instruktoren und du fährst auf deren Auto.