da mich immer wieder Kunden mit Fragen zum richtigen Öl für den 2.0 TFSI (Motorcode CESA) löchern, fasse ich die wichtigsten Infos hier mal zusammen.
Der EA888 Gen2 reagiert sehr empfindlich auf die Wahl des Motoröls.
Zu dünnes Öl wird meist nur genutzt, um Die Abgasnormen zu erfüllen, Haltbarkeit wird hierbei vernachlässigt.
Offizielle Herstellerfreigaben
VW 504 00 / 507 00 - Longlife
bsp.
Castrol EDGE 5W-30 LL
Mobil 1 ESP 5W-30
Shell Helix Ultra ECT C3
uvm.
VW 502 00 / 505 00 -
Festintervall 5W40
Beinahe Immer empfiehlt sich der Wechsel auf ein hochwertiges 5W-40 nach VW 502 00.
Dies bietet bei höheren Temperaturen stabilere Schmiereigenschaften als das dünne 5W-30 LL-Öl.
Für Motoren mit veränderter Software, also im Umgangssprachlichen bereits ab Stage 1:
5W-50, eigentlich immer. Ausnahmen sind Motoren, bei denen die Öltemperatur mit dem 5w-40 schon erhöht sind, dann habt ihr ein extrem kleines Lagerspiel.
(Achtung, keine 5W-30 LL Temperaturen zum abgleich nehmen, hier kann schon Mischreibungswärme mitspielen)
Mein Favorit:
Ravenol RRS 5W-50
Obwohl dieses Öl keine Freigabe besitzt, oder genau deswegen, fährt sich dieses Öl schlicht Problemlos.
Alternative mit Freigabe:
Fuchs TITAN Supersyn 5W-50
ansehen. Fuchs ist einer der wenigen Hersteller, die ein 5W-50 mit entsprechenden Spezifikationen führen.
Ich rate persönlich vom Motul 300V 5W-50 ab, sofern das Auto im Alltag bewegt wird. Das 300V ist ein reines Rennsportöl, es gehört wirklich nur auf den Track!
(Diese Information füge ich nur hinzu, da mir dieses Öl auf Nachfrage eines 5W50 bei Schmierstoffhändlern oft empfohlen wurde)
Der Gesamte Motorlauf ist ruhiger, Die Motoren "rotzen" bei LL Öl extrem, es ist schwer zu beschreiben, hört sich einfach im direkten Vergleich so an als ob beim LL ein Defekt vorliegt.
Ein Nebeneffekt ist, dass die Kurbelgehäuseentlüftung (KGE) deutlich sauberer arbeitet, da der Verdampfungsverlust geringer ist. Das typische Zusetzen oder Verrußen der Ansaugwege wird dadurch verringert. Bei 0W30 läuft Öl aus dem Schlauch zur Ansaugbrücke, es tropft nicht, es fließt richtig.
Die Beschaffung dieser Öle ist Lokal meist nicht möglich, es ist eigentlich immer Bestellware.
Das Leerlauf Stellventil, das so eigentlich bei jedem laut rumklackert muss auch weniger arbeiten, das ist richtig nervig wenn man z.b. für Fehlersuche auf Geräusche achten muss.
Mit 5W40 oder 5W50 geht das echt gut.
Wenn ihr euch unsicher seid, was ihr da jetzt reinkippt, bitte erstmal konservativ mit dem 5W40 anfangen, bevor Ihr aufgrund Öl Mangel in Lagerschalen euren Motor kaputt fahrt, frei nach dem Motto (der Typ im Internet hat aber gesagt)
Gerne können die Ölkultisten einen Fachdiskurs in den Kommentaren führen.
Thread basiert auf meinen Erfahrungen, Serienmotoren reagieren weniger gut auf dickeres Öl als Schmiedemotoren.
Beiträge von schroTT
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Hallo zusammen liebe TT-Freunde,
ich möchte mich hier kurz (und aus Gründen der Selbsterhaltung anonym) unter dem Namen schroTT vorstellen.
Warum dieser Name? Nun ja, eigentlich sollte man meinen, ich wüsste es besser: Ich habe eine abgeschlossene Ausbildung als KFZ-Mechatroniker in der Tasche und war jahrelang auf den Motoren- und Getriebebau spezialisiert. Aber wie das Schicksal (und die Leidenschaft) so will, bin ich nun stolzer Besitzer eines „Kostengrabs“ der zweiten Generation.
Zu meinem 8J: Es ist ein 2011er S-Line mit dem CESA-Aggregat. Da mir „Serie“ als Motorenbauer natürlich ein Fremdwort ist, wurde schon ein bisschen Hand angelegt:
- Lader: Der werksseitige IHI RHF5 durfte bleiben, hat aber ein optimiertes Verdichterrad spendiert bekommen.
- Kopf: Ein- und Auslassventile wurden bearbeitet/optimiert.
- Performance: Das Ganze drückt aktuell 290 PS und beachtliche 500 Nm auf die Bahn.
Beste Grüße, schroTT
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CESA-Leidensgenosse hier!
Das Problem kann bei unserem Motor leider aus so vielen Quellen kommen, dass eine Ferndiagnose echt schwer ist. Richtig affig wird es dann, wenn mehrere Ursachen gleichzeitig greifen dann wird die Diagnose fast unmöglich und das große Teiletauschen beginnt. Aber auch wenn der Fehler bei dir extrem sporadisch ist, herrscht hier definitiv dringender Handlungsbedarf.
Gehen wir mal davon aus, dass der Öldruckschalter funktioniert (wurde ja erneuert). Solange der Stecker richtig einrastet, schließen wir das Kabel auch erst mal aus.
Kontrolliere aber unbedingt den Stecker selbst: Durch die Positionierung kann beim Ölwechsel fix mal Öl in den Schalter laufen.
Dann wäre da noch das Öldruckumschaltventil eine gottlose Erfindung vom VAG-Konzern. Eigentlich ist das ein Nockenwellenversteller, der hier aber deinen Öldruck zwischen Leerlauf und Last umschaltet, wie vom TT-Eifel-Mann beschrieben.
Das Ventil sitzt lustigerweise direkt über der Ölwanne auf der Beifahrerseite vorne. Kannst du dir wie eine gerade Linie zwischen dem Ölfiltergehäuse und deinen Öldrucksteckern vorstellen, nur eben ganz unten.
Check da erst mal den Stecker: Ist Öl reingelaufen? Wenn der Stecker i.O. ist, würde ich das Ventil tauschen. Die Fehlfunktion kommt vermutlich daher und das Teil ist preislich günstig zu haben.
Nach 210.000 km auf meinem Aggregat und einer Revision bei 198.000 km war es bei mir genau dieser Schalter. Er wurde bei der Revision zwar erneuert, war aber leider die erste Revision, die deutlich schlechter als das Original war.
Teilenummer einer funktionierenden Revision kann ich dir bei Bedarf gerne schicken.
Alles was hierrüber hinausgeht werde ich im Forum nicht Ansprechen, auf Nachfrage und Qualifikationsnachweis kann ich allerdings trotzdem meine Hilfe anbieten.