Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass schätzungsweise 70 % der R8 irgendwo „Dreck am Stecken“ haben. Es wird an vielen Fahrzeugen derart gepfuscht, dass es teilweise kaum noch nachvollziehbar ist. Umso unverständlicher ist es für mich, warum Käufer ohne ausreichende Fachkenntnis entweder niemanden Sachkundigen zur Besichtigung mitnehmen oder nicht direkt bei Audi kaufen, um genau solche Probleme zu vermeiden.
In diesem konkreten Fall wurde das Fahrzeug im Kaufvertrag zwar als Unfallfahrzeug deklariert, gleichzeitig aber offensichtlich versucht, die tatsächlichen Mängel gezielt herunterzuspielen. Diese Vorgehensweise halte ich für höchst fragwürdig. Es handelt sich hier eindeutig nicht um eine fachgerechte Reparatur – genau diese wäre jedoch zwingend erforderlich gewesen.
Über kleinere Abweichungen von Herstellervorgaben kann man im Einzelfall diskutieren. Wenn jedoch grundlegende Reparaturprinzipien missachtet werden und sicherheitsrelevante Bereiche unsachgemäß instand gesetzt sind, sprechen wir von einem völlig anderen Niveau – das ist schlicht lebensgefährlicher Pfusch.
Dass ein solches Fahrzeug dann auch noch vom TÜV, der über 100 km entfernt vom Händler sitzt, ohne jegliche Mängel durchgewunken wird, sollte jedem zu denken geben. Spätestens beim zweiten Video wird deutlich, dass auch dort nicht sauber gearbeitet wurde. Nicht umsonst heißt es: Nirgendwo wird so viel gelogen und betrogen wie im Autohandel.
Ich sehe die Verantwortung hier zu etwa 60 % beim Verkäufer, inklusive des handwerklichen Pfuschs, sowie beim TÜV, der offensichtlich ebenfalls nicht korrekt geprüft hat. Die verbleibenden 40 % liegen aus meiner Sicht beim Käufer, der den Vertrag letztlich unterschrieben hat.