5G verändert die Automobilindustrie

Der neue Mobilfunkstandard 5G wird bereits in großen Teilen Deutschlands umgesetzt. Nachdem 2019 die ersten Lizenzen versteigert wurden, sind drei Unternehmen bereits dabei, die Antennen für den 5G-Empfang aufzubauen und das Land mit einem deutlich schnelleren, effektiveren Internet für mobile Verbindungen zu versorgen. Das hat nicht nur einen positiven Einfluss auf die Nutzung von Smartphones, sondern wird sich auch auf viele andere Bereiche stark auswirken. Dazu zählt unter anderem die Automobilindustrie, die von 5G besonders stark profitiert. Was das für neue Automodelle von Audi & Co. bedeuten könnte, haben wir herausgefunden!

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5G verbessert das Internet der Dinge

Wer sich unter dem Begriff Internet der Dinge noch nichts vorstellen kann, ist damit nicht alleine. Fast jeder hat den Ausdruck bereits gehört, wer jedoch keine smarten Geräte im eigenen Zuhause besitzt, weiß vielleicht trotzdem nicht, was man darunter wirklich versteht. Das Internet der Dinge ist jene Verbindung, die Geräte nutzen, um miteinander zu kommunizieren. Das kann z. B. der Kühlschrank sein, der immer einen Überblick über den Stand der Milch im Inneren behält und bei einem Mangel sofort beim Supermarkt eine Bestellung abgibt. Die Kommunikation eines Menschen ist dabei also nicht nötig, die Geräte kommunizieren nämlich direkt. Für simple Aufgaben wie das Bestellen frischer Milch wird keine 5G-Verbindung benötigt, schließlich ist damit nicht sehr viel Aufwand verbunden. Anders sieht dies jedoch bei Geräten aus, die nicht nur nach dem Schema A handeln, sondern relativ eigenständige Entscheidungen treffen sollen. Sie müssen ständig auf eine große Datenbank an Informationen zugreifen können, um verschiedene Faktoren zu überprüfen und schnelle Lösungen anhand von vieler Daten fällen zu können. Ein gutes Beispiel dafür sind autonom fahrende Autos. Wir erklären, wie das funktioniert!

Autonomes Fahren wird massentauglich

Schon seit Jahren gibt es von Audi verschiedene Umsetzungsideen für selbstfahrende Autos. Bisher haben es aber die wenigsten Modelle in den Verkehr geschafft, denn noch ist das Risiko für Fehlverhalten zu groß. Ein autonomes Fahrzeug muss enorm viele Informationen verarbeiten. Außensensoren messen den Abstand zur Außenwelt, egal ob es sich dabei um andere Fahrzeuge, Hindernisse oder den Fahrbahnrand handelt. Der Bordcomputer kommuniziert mit Wetterstationen, um mögliche Veränderungen der Fahrbahn früh zu erkennen und darauf zu reagieren. Sogar eine Kommunikation mit Ampeln ist möglich. Das Auto kann außerdem andere autonome Fahrzeuge wahrnehmen und mit ihnen in Kontakt treten, sodass man irgendwann auf ein gigantisches Netzwerk an Fahrzeugen zugreifen kann, die alle Informationen sammeln und diese miteinander teilen. Eine solche Datenlast benötigt eine hohe Übertragungsrate und eine geringe Störanfälligkeit. Kurze Latenzen könnten nämlich bereits ausreichen, um schwerwiegende Folgen zu haben. Der Unterschied zwischen 4G und 5G ist dabei enorm. Während man bei 4G mit Übertragungen von etwa 150 MBit/s rechnen durfte, schafft 5G bis zu 10 GBit/s. Auch die Latenzzeit verringert sich stark, von etwa 50 Millisekunden auf eine Millisekunde. Damit wird ein neuer Sicherheitsstandard für autonome Fahrzeuge geschaffen. Eigenständige Entscheidungen können viel schneller beschlossen und Gefahren umgangen werden.

5G in anderen Bereichen

Natürlich ist die Automobilindustrie nur ein Sektor von vielen, die dank 5G eine große Veränderung durchmachen. Ebenfalls positiv beeinflusst soll die Arbeit zwischen Robotern und Menschen werden, denn eine kürzere Latenzzeit bedeutet immer eine schnellere Reaktion und höhere Sicherheit. Audi und Ericsson haben dabei bereits erste interessante Versuche gestartet. Dabei wurde ein Roboter zum Einsetzen von Airbagmodulen verwendet. Mit einem Lichtsensor wurde sichergestellt, dass kein Gegenstand oder eine menschliche Hand den Roboter blockierte. Durch die kurze Latenzzeit der Datenübertragung mit 5G wurde die Sicherheit enorm erhöht. Der Roboter stoppt beinahe sofort, wenn etwas die Lichtschranke durchbricht, sodass es keine Verletzungsgefahr mehr für Mitarbeiter gibt, die jene Roboter betreuen. Aber 5G ist natürlich nicht nur für Unternehmen und Produzenten interessant. Auch Privatpersonen können mit 5G-fähigen Geräten den neuen Mobilnetzstandard für verschiedene Tätigkeiten verwenden. Streamen und Spielen auf dem Smartphone war noch nie so einfach. Da mobile Spiele immer komplexer werden, werden oft größere Datenmengen gebraucht. Wer z. B. ein Live Casino besucht und dort Klassiker wie Poker, Blackjack oder Roulette als Live-Spiel im Stream öffnet, braucht eine gute Verbindung. Hier wird nämlich in Echtzeit gegen einen realen Croupier gespielt, ein neuer Trend, der bei Spielern extrem beliebt ist. Auch Games wie Fortnite werden immer öfter am Smartphone gespielt. Verbindungsprobleme sind dabei extrem mühsam, denn eine kurze Störung katapultiert den Gamer bereits aus dem Rennen. Mit 5G soll das vermieden werden.

Der neue Standard für das mobile Internet wird schon bald 5G sein. Der Ausbau der 5G-Masten ist auch schon in Deutschland in vollem Gange. Mit ihm werden viele technische Errungenschaften möglich, angefangen von selbstfahrenden Autos bis hin zum extrem schnellen Streamen am Smartphone.