Was hat Audi dem Verbrenner-Verbot zu entgegnen?

Audi-V8-Engine

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Bis 2035 kann es schon so weit sein und es werden keine neuen Verbrenner auf europäischen Straßen zugelassen. Die EU-Kommission hat dieses Ziel in ihrem Plan “Fit für 55” ausgegeben. CO2-Emissionen sollen bis zu diesem Zeitpunkt nämlich bei neuen Fahrzeugen den Nullpunkt erreichen. In Frage kommen dann also nur noch reine E-Autos, Wasserstoff-Fahrzeuge oder Autos, die mit synthetischen Kraftstoffen oder Biokraftstoff betankt werden.

Die Automobilindustrie ist nicht die einzige Branche, die immer mehr reguliert wird. Auch Online Casinos werden für besseren Verbraucherschutz nun strengeren Regeln unterworfen. Die gute Nachricht: In einem Casino ohne Anmeldung kann man immer noch unkompliziert ein paar Runden spielen.

Aber zurück zur Wandlung der Automobilbranche und der Reaktion des Autobauers Audi: Die Ingolstädter entwickeln keine neuen Verbrennungsmotoren mehr. Die Begründung des Audi-Chefs sind die EU-Pläne für die strengere Euro-7-Abgasnorm. Markus Duesmann kritisiert dabei aber die Richtlinie, die der Umwelt nur wenig Nutzen bringen würde, für die Autobauer aber eine sehr große technische Hürde darstelle. Demnach wolle man keine neuen Verbrennungsmotoren mehr entwickeln und nur noch die aktuellen Modelle der Richtlinie anpassen.

Da es noch viele Regionen gibt, in denen eine Infrastruktur für Elektro-Autos oder Wasserstoff-Autos in den nächsten Jahren undenkbar erscheint, würde Audi wohl auch noch in den nächsten Jahren viele Autos mit Verbrennungsmotoren verkaufen. Lediglich die Entwicklung neuer Diesel- und Benzinmotoren würde eingestellt.

Was macht die Konkurrenz?

Audi schlägt damit einen ähnlichen Weg ein wie der deutsche Konkurrent Mercedes. Dessen Entwicklungsvorstand verkündete vor Kurzem den Stopp der Entwicklung neuer Verbrennungsmotoren. Die 2016 veröffentlichten Motoren mit der Bezeichnung “FAME” sind damit die letzten Motoren, die neu entwickelt wurden. Von nun an würde der Großteil der Investitionen in die zukünftige Ausrichtung auf die Elektromobilität fließen.

Vielversprechende E-Modelle von Audi

In fünf Jahren will Audi laut Duesmann 20 verschiedene Fahrzeuge mit Elektroantrieb anbieten. Der Q4 e-tron ist eines der Fahrzeuge, von denen man sich viel verspricht. Man wolle damit Kunden ansprechen, die sich zwar einen elektrischen Audi wünschen, aber bisher nicht bereit waren, die aufgerufenen Preise zu bezahlen. Gefertigt wird der Q4 e-tron im Zwickauer Werk des Mutterkonzerns VW.

In einem Interview am “Power Day” verkündete Duesmann auch, dass die seit dem Projekt Artemis angekündigte E-Limousine Ende 2024 die Marktreife erreichen wird. Aus seinen Aussagen konnte man zudem ableiten, dass dieses Fahrzeug als erstes Modell der Ingolstädter die Cell-to-Pack-Technologie nutzen wird. Dadurch wird die Komplexität der Batterie reduziert und die Kosten können gesenkt werden.

Weitere Verbote

Nicht nur in Europa wird der Verkauf von Verbrennern in Zukunft eingeschränkt. Beispielsweise hat auch der kalifornische Gouverneur verkündet, dass der Staat ab 2035 keine Autos mit Verbrennungsmotor mehr zulassen wird, um zur Reduktion der Treibhausgasemissionen beizutragen.

Power Day des Volkswagen-Konzerns

Als Teil des Volkswagen-Konzerns war Audi natürlich auch auf dem ersten Power Day vertreten. Hier hat der Konzern die Technologie-Roadmap bis 2030 vorgestellt. Man will primär dafür sorgen, dass die Kosten für die Batterie durch eine Reduktion der Komplexität dramatisch fallen und man die E-Autos dementsprechend deutlich günstiger anbieten kann. Damit man dem Bedarf an Batteriezellen gewachsen ist, wird die VW-Gruppe bis 2030 allein in Europa sechs Gigafabriken bauen. Auch beim weltweiten Ausbau der Schnellladestationen hat VW ambitionierte Ziele. In Europa ist man dazu Kooperationen mit dem britischen Energieunternehmen BP, dem spanischen Iberdrola und dem italienischen Enel eingegangen.

Statt nur den letzten Schritt der Wertschöpfungskette abzudecken, kann der VW-Konzern so bessere Margen erzielen und das künftige Kerngeschäft E-Mobilität profitabler gestalten. Insgesamt können die europäischen Batteriewerke Zellen mit einem Energiegesamtwert von 240 Gigawattstunden pro Jahr produzieren. Damit leistet der VW-Konzern und damit natürlich auch Audi einen entscheidenden Beitrag zur Erreichung der europäischen Klimaziele. In Salzgitter und dem schwedischen Skellefteå werden die ersten beiden Fabriken entstehen. In Schweden wolle man in Zusammenarbeit mit Nortvolt schon 2023 erste Zellen produzieren und nach und nach auf eine Jahresproduktion von 40 GWh kommen.

Einheitszelle

Einer der entscheidenden Vorteile des VW-Konzerns sind sogenannte Skaleneffekte. Schon bei den jetzigen Verbrenner-PKWs werden in vielen Modellen, die unterschiedlichen Marken angehören, dieselben Bauteile verwendet. So verwenden alle zwölf Marken, die zu VW gehören, zum Teil die gleichen Teile (VW, Audi, SEAT, SKODA, Bentley, Bugatti, Lamborghini, Porsche, Ducati, Scania VW Nutzfahrzeuge und MAN).

Dasselbe soll nun auch bei der Batterie erreicht werden, die in den meisten künftigen E-Autos des Konzerns verbaut werden soll. In bis zu 80 Prozent der Fahrzeuge der VW-Gruppe soll dann die gleiche Zelle zum Einsatz kommen.

Außerdem will man mit innovativen Produktionsmethoden, einer Vereinfachung und Optimierung der Zelle und effizientem Recycling weitere verborgene Kostenpotenziale heben. So soll die Elektromobilität deutlich erschwinglicher werden.

Wertschöpfungskette

Nicht nur die Herstellung eigener Batterien ist ein entscheidender Schritt für die Integration der Wertschöpfungskette. VW will weitere Schritte integrieren und beispielsweise auch industrielles Recycling betreiben. Strategische Partnerschaften bei der Herstellung der Batterien und dem Aufbau der Lade-Infrastruktur sorgen für einen effizienten Mitteleinsatz.

E-Auto als Teil des Energiesystems

Energiesysteme werden immer mehr mit E-Autos kombiniert. So kann der private Nutzer mit einem Auto des VW-Konzerns erneuerbaren Strom aus der PV-Anlage in seinem Fahrzeug speichern und gegebenenfalls wieder zurück an das Hausnetz geben. Dadurch werden Hausbesitzer nicht nur unabhängiger von öffentlichen Energieversorgern, sondern sparen auch Geld und Emissionen ein. Diese Technologie wird ab 2022 verfügbar sein.

Fazit

Insgesamt sind die Pläne von Audi ambitioniert. Man will bis in etwa 10 Jahren ausschließlich Batterieautos verkaufen. Als erster Autobauer hat Audi einen konkreten Ausstiegsplan aus der Verbrenner-Technologie.

Diese radikalen Pläne sind natürlich nicht ohne Risiko. Denn aktuell sind Verbrenner noch profitabler und machen den Großteil der Umsätze aus. Es gibt keine einfache Möglichkeit zum Rückzug mehr, denn wenn erst einmal riesige Produktionsanlagen umgestellt, Zulieferer mit Aufträgen versorgt wurden und Ingenieure ihre Planungen geändert haben, ist das nicht einfach so rückgängig zu machen. Die Autos können dann auch nur in einer begrenzten Zeitspanne verkauft werden. Man spricht hier in der Regel von sieben Jahren.

Der unternehmerische Mut kann sich auszahlen, wenn viele Kunden beim Wechsel mitmachen. Für die Pläne spricht jedenfalls, dass von Seiten der Politik immer mehr Druck gemacht wird und Verbrenner offensichtlich nur noch eine begrenzte Zukunft haben. Als Teil der großen Volkswagen-Gruppe steigen die Chancen auf eine erfolgreiche Zukunft erheblich.

Photo by Sam Warren on Unsplash