Audi hat mit der Fertigung des A2 e-tron in Ingolstadt begonnen. Die ersten Exemplare des neuen Elektromodells fuhren im Beisein des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder vom Band. Mit der Produktion des A2 e-tron zeigt Audi, wie das Unternehmen selbst effizienter wird: Die Entwicklungszeit wurde um 21 Monate verkürzt, Variantenvielfalt und Komplexität deutlich reduziert sowie der Automatisierungsgrad erhöht. Bestehende Betriebsmittel und Fertigungsanlagen werden dabei weiter genutzt.

Frontend assembly in the production of the Audi A2 e-tron.
- Audi startet die Produktion des vollelektrischen A2 e-tron am Standort Ingolstadt
- Von der Entwicklung bis zur Serienreife sind 21 Monate weniger vergangen als bei bisherigen Fahrzeugprojekten
- Unter anderem weniger Teilenummern und das Prinzip der sogenannten Perlenkette senken Komplexität, Flächenbedarf und Aufwand in der Logistik
- Der Einsatz der Audi Cloud „Edge Cloud 4 Production“ markiert einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur vollvernetzten Fabrik
- KI-Assistenten unterstützen Beschäftigte bei der Informationssuche
21 Monate kürzere Entwicklungszeit
Audi hat seinen Produktentstehungsprozess (PEP) beim A2 e-tron deutlich verkürzt. Von der Entwicklung bis zur Serienreife sind 21 Monate weniger vergangen als bei bisherigen Fahrzeugprojekten. Erfahrungen aus früheren Fahrzeugprojekten sowie gestraffte Prozesse reduzieren den Abstimmungsaufwand und ermöglichen eine frühere Fahrzeugreife in der Vorserienproduktion.
Effizientere Produktion durch geringere Komplexität
Audi hat die Komplexität beim A2 e-tron deutlich reduziert. Das Modell vereint einen hohen Kundenutzen mit deutlich weniger produktionsrelevanten Teilenummern. Dadurch sinkt auch die Zahl logistischer Supermärkte deutlich. Das verringert den Flächenbedarf in der Logistik und vereinfacht die Materialversorgung innerhalb des Werks.
Erstmals wendet Audi in Ingolstadt das Produktionsprinzip der sogenannten Perlenkette an, das bereits erfolgreich im Werk Neckarsulm im Einsatz ist. Die Reihenfolge der Kundenaufträge wird dabei sechs Tage vor dem Start der Montage festgelegt und über alle Gewerke hinweg abgearbeitet. Eine solche Fabriksteuerung hat mehrere entscheidende Vorteile: Unter anderem wird Komplexität im Prozess verringert, weil durch eine feste Reihenfolge Teile direkt in der richtigen Sequenz beim Lieferanten produziert und im Zielbehälter verpackt werden können. Darüber hinaus steigert Audi die Wirtschaftlichkeit des Produktionsprozesses, da Lager- und Sequenzierflächen entfallen.
Flexibel und ressourcenschonend
Audi fertigt die Karosserien des A2 e-tron gemeinsam mit denen des Audi A3. Möglich macht dies das flexible Layout der Anlagen.
Mehr als 1.200 Fertigungskomponenten, darunter Roboter-Schweißzangen und rund 250 Roboter, die bereits in der Fertigung anderer Audi Modelle zum Einsatz gekommen sind, werden wieder- oder weiterverwendet.
Hoher Automatisierungsgrad
Mit dem A2 e-tron bringt Audi den vollautomatischen Radanbau an den Standort Ingolstadt. Zudem ersetzen vollautomatische Roboter-Stationen die bisherigen halbautomatisierten Schraubstationen im Bereich der Fahrwerksvormontage für Vorder- und Hinterachse.
Mit dem sogenannten „Bin Picking” („Griff in die Kiste”) optimiert das Unternehmen Prozesse im Karosseriebau des A2 e-tron. Mittels Bildverarbeitung und kamerageführter Robotersteuerung erkennt und greift die intelligente Technologie Bauteile. Das kann ergonomisch anspruchsvolle Tätigkeiten reduzieren. Erstmals können die Roboter auch kleine Blech-Bauteile direkt aus ungeordneten Behältern entnehmen und dem weiteren Fertigungsprozess zuführen.
Audi Cloud und KI-Assistenten
Die Industrie-Cloud „Edge Cloud 4 Production” unterstützt die digitale Vernetzung der Montage. Das Universelle Prüfsystem für die Inbetriebnahme der Steuergeräte des A2 e-tron und die sogenannte „Werkerführung“ mit Informationen rund um Individualisierungen eines Fahrzeugs werden zentral aus der Cloud gesteuert. Das spart in der Montage über 450 Industrie-PCs ein.
Zudem baut Audi im Produktionsumfeld standortübergreifend eine Reihe von KI-unterstützten (Künstliche Intelligenz) Wissensassistenten auf. Zum Beispiel hilft der Supply Chain Chatbot Mitarbeitenden bei der Suche nach Fachwissen, Prozessen und Dokumentationen. Der mAIntenance Chat unterstützt Instandhaltungsteams bei Fehleranalyse und Lösungsfindung.
A2 e-tron sichert Zukunftskompetenzen
Neben der technologischen Innovation ist der erfolgreiche Produktionsanlauf des A2 e-tron Ergebnis eines gezielten und frühzeitigen Aufbaus von Kompetenzen in der Belegschaft. Mit einem mehrstufigen Konzept aus praxisnahen Schulungen und virtuellen Qualifizierungen hat Audi die Beschäftigten auf die Anforderungen der Fertigung des vollelektrischen Modells vorbereitet. Dieses kombiniert klassische Praxis-Bausteine in der Montagelinie mit digitalen Qualifizierungskonzepten wie dem virtuellen Montage-Training am Bildschirm.
Mit der Qualifizierung für den A2 e-tron stärkt Audi die Elektromobilitätskompetenz am Standort Ingolstadt und verankert zukunftsrelevantes Know-how nachhaltig im Werk. Die kontinuierliche Qualifizierung der Mitarbeitenden ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für den Hochlauf neuer Technologien und die Weiterentwicklung der Produktion.
Fazit
Der A2 e-tron steht exemplarisch für den Wandel der Audi Produktion. Weniger Komplexität, ein hoher Automatisierungsgrad und eine weitreichende digitale Vernetzung zeigen, wie Audi die Transformation seiner Werke vorantreibt und die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig stärkt. Dabei bleibt der Mensch ein zentraler Erfolgsfaktor: Moderne Technologien unterstützen die Beschäftigten gezielt in ihren Aufgaben.